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Bürgerbegehren zum GuD-Kraftwerk und zur Müllverbrennung sind erfolgreich!

 
Am vergangenem Sonntag (26.07.2009) waren die Schwandorfer Bürger aufgerufen,  über zwei Bürgerentscheide abzustimmen. Mit dem ersten Bürgerentscheid schloss sich ein Großteil der abgegebenen Stimmen der Meinung der Wackersdorf Jusos an, die im Vorfeld schon auf diese Thematik hingewiesen hatten. In einer Umfrage, die auf der Jusohomepage geschalten war, hatten sich noch 54,2% für den Bau eines GuD-Kraftwerkes entschieden:
 

Die Ergebnisse können sie unter www.wahlen-schwandorf.de einsehen. (Die vorläufige Abstimmungsbekanntmachung mit dem genauen Inhalt der Bürgerentscheide, sowie der Wahlzettelmuster können sie hier abrufen.) Das wichtigste haben wir im Folgendem zusammengefasst:

Bürgerentscheid 1 erhielt 5010 Ja-Stimmen (60,9%); lediglich 39,1% stimmten dagegen. Aus diesem Grund wird der Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungs- und Grünordnungsplan "GuD-Kraftwerk Schwandorf" nicht weiterverfolgt und somit sämtliche Pläne, die der Errichtung dieses Gas- und Dampfkraftwerkes dienen, gestoppt. 
 
 
Bürgerentscheid 2 erhielt 5024 Ja-Stimmen (61,0%), lediglich 39,0% stimmten dagegen. Somit wird die Müllverbrennungsmenge im Müllkraftwerk nicht erhöht.
 
 
 
 
 
 

 
 
Gas- und Dampfkraftwerk in Schwandorf
 
Vor Wackersdorfs Türen!
 
 
Die Jusos haben auf dieser Seite noch einmal die wichtigsten Daten für Dich zusammengestellt. Solltest Du bestimmte Darstellungen vermissen, dann schreib uns doch einfach. 
 
Wir würden uns freuen, wenn du außerdem bei unserer Umfrage "GuD-Kraftwerk - Ja oder Nein?" teilnehmen würdest. 
 
Darüber hinaus kannst du zu diesem Thema hier deinen Kommentar hinterlassen. Deine Meinung wird nach einer kurzen Prüfung unsererseits umgehend online gestellt. (Wir behalten uns dabei vor, beleidigende Einträge nicht zu veröffentlichen.)
 

"Die Wackersdorfer Jusos diskutierten anlässlich der letzten Vorstandssitzung unter anderem das derzeit in Schwandorf geplante Gas- und Dampfkraftwerk. In Schwandorf und seinen Ortsteilen wird dieses Thema heiß debattiert. Mittlerweile wurde auch ein Bürgerbegehren „Kein Dampf- und Gaskraftwerk in Schwandorf“ ins Leben gerufen. Außerdem waren sowohl der Bebauungs- als auch der  Grünordnungsplan für das Gebiet „GuD-Kraftwerk Schwandorf“ bei der Stadt Schwandorf ausgelegt. In diesem Zuge vermisst die Juso-AG eine politische Diskussion in Wackersdorf zu diesem Thema. Der Wackersdorfer Gemeinderat hat dieses Thema ohne größere Diskussion abgehandelt. Immerhin würde das für 2012 geplante Kraftwerk direkt vor der Haustüre von Wackersdorf errichtet werden. Wackersdorf wäre Hauptbetroffener, nachdem die Hauptwindrichtung aus dem Westen kommt. Neben dem bereits bestehenden Müllkraftwerk würde nun ein weiteres Kraftwerk die Landschaft zieren. Dabei stellt sich die Gemeinde wie folgt auf ihrer Homepage vor: „Das Kleinzentrum Wackersdorf, das mit Steinberg am See eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, ist heute nicht nur eine aufstrebende Industriegemeinde, sondern präsentiert sich auch als Stätte für Urlaub und Erholung.“ Tourismus und Naherholung werden mittlerweile groß geschrieben. Auch der Bürgermeister weist im Internetvorwort auf das zweite „Standbein der Gemeinde (…), dem Fremdenverkehr“ hin. Das „Herz des Oberpfälzer Seenlandes“, wie Wackersdorf von vielen Politikern aller Couleur auch genannt wird, könnte zum Infarkt werden. Das kleine Pflänzchen „Tourismus und Fremdenverkehr“ würde bald darunter leiden, wie verschiedene Mitglieder des Juso -  Ortsverbandes meinten. Will man das alles aufs Spiel setzen? Insbesondere auch deshalb, da neben dem GuD -  Kraftwerk der Schwandorfer Stadtrat eine Erhöhung der Müllmengenkapazität beim Müllkraftwerk vor kurzem zugestimmt hat. Dabei hätte man nach Auffassung der Jusos die Stromliefergarantie für die Fa. Nabaltec auch aus den vorhandenen Kapazitäten bewerkstelligen können.

Die Jusos jedenfalls, so war man sich einig, werden sich kritisch mit dem Themen auseinandersetzen und keine Diskussion dazu scheuen. Der mündige Bürger jedenfalls soll wachgerüttelt werden. Wer möchte schon neben einem Müllkraftwerk oder einem GuD -  Kraftwerk seinen Urlaub verbringen? "

Siehe auch Pressebericht "DER NEUE TAG"



 
 
Was ist ein Gas- und Dampfkraftwerk eigentlich?
 

© Turelio"Ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk ist ein Kraftwerk, in dem die Prinzipien eines Gasturbinenkraftwerkes und eines Dampfkraftwerkes kombiniert werden. Eine Gasturbine dient dabei als Wärmequelle für einen nachgeschalteten Abhitzekessel, der wiederum als Dampferzeuger für die Dampfturbine wirkt.

Mit dieser kombinierten Fahrweise wird ein höherer Wirkungsgrad erreicht als mit Gasturbinen im so genannten Thermodynamischen Kreisprozess oder in konventionell befeuerten Gaskraftwerken. Kombikraftwerke gehören mit Wirkungsgraden von bis zu ca. 60% zu den effizientesten konventionellen Kraftwerken.

Kombikraftwerke sind im Kraftwerksmanagement sehr flexibel einsetzbar: Dank kurzer Startzeiten und schneller Lastgradienten sind sie ideale Mittellast-Kraftwerke. Bei Bedarf können sie sogar Spitzenstrom liefern. Dank des guten Wirkungsgrades lohnt sich aber auch der Dauerbetrieb als Grundlast-Kraftwerk. (...)

 

 Wirkungsweise

 

Im GuD-Kraftwerk wird mit ein bis vier Gasturbinen und einer Dampfturbine Elektrizität erzeugt, wobei entweder jede Turbine jeweils einen Generator antreibt (Mehrwellenanlage, engl. Multishaft) oder eine Gasturbine mit der Dampfturbine (abkuppelbar) auf einer gemeinsamen Welle den Generator (Einwellenanlage, engl. Singleshaft). Die heißen Abgase der Gasturbinen werden in einem Abhitze-Dampfkessel zur Erzeugung von Wasserdampf verwendet.  Der Dampf wird anschließend über einen herkömmlichen Dampfturbinenprozess entspannt. Es entfallen ca. 2/3 der elektrischen Leistung auf die Gasturbine und 1/3 auf den Dampfprozess.

Wenn neben der Nutzung der Abgaswärme der Gasturbine durch zusätzliche Befeuerung (Zusatzfeuerung) des Dampfkessels die Dampfleistung und damit die elektrische Leistung der Dampfturbine erhöht wird, spricht man von einem Kombi-Prozess. Für den Betrieb der Gasturbine werden gasförmige oder flüssige Brennstoffe wie Erdgas, Biogas oder Heizöl eingesetzt. Für den Betrieb des Brenners im Dampfkessel können auch andere Brennstoffe verwendet werden."

(Zitiert nach Wikipedia)

 

 

Das GuD-Kraftwerk am Beispiel Schwandorf ?

 

"Die Electrabel Kraftwerksgrundstück Schwandorf GmbH & Co. Kg (EKSCH) beabsichtigt, auf der Gemarkung der Stadt Schwandorf ein Gas -   und Dampfturbinenkraftwerk (GuD -  Kraftwerk) der 800MW -  Klasse mit einem Wirkungsgrad von mindestens 57% zu errichten und zu bearbeiten. Nach derzeitigem Planungsstand soll die Anlage im Jahr 2012 in Betrieb genommen werden.

Das geplante GuD -  Kraftwerk besteht aus zwei Gasturbinen und zwei Dampfturbinen. Die installierte Feuerwärmeleistung FWL wird etwa 1.400MW betragen. Als Brennstoff werden Erdgas und Heizöl EL (max. 500 h/a) eingesetzt."

(Zitiert nach: Nürrenbach, Till/Meier Mirja, Electrabel Deutschland AG. GuD-Kraftwerk Schwandorf. Orientierende Emissionsprognose Luftschadstoffe in Phase I. Bericht Nr. M75 593/1, S. 24.)

 

 

Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans gestellt

 

"Die GDF SUEZ Kraftwerksgrundstück Schwandorf GmbH & Co. KG (GSKGS).hat einen Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans nach § 12 Abs. 2 BauGB gestellt. Dieser soll die planungsrechtliche Grundlage für den Bau und den Betrieb eines 800MW Gas-und Dampfturbinenkraftwerks bilden.

Die GSKGS gehört zur GDF SUEZ-Gruppe. Ihre Muttergesellschaft ist die GDF SUEZ Energie Deutschland AG. Die Geschäftsfelder des Unternehmens in Deutschland sind der Verkauf von Strom, Gas, Energieprodukten und -dienstleistungen, außerdem die Erzeugung von Strom und Wärme sowie der Netzbetrieb. Durch den Bau neuer Kraftwerke wie am Standort Schwandorf soll die Erzeugungskapazität ausgebaut werden. Die Große Kreisstadt Schwandorf ist sich ihrer Verantwortung als Mittelzentrum und Energieerzeugungsstandort (u.a. Betrieb eines Braunkohlekraftwerkes bis 2002) in einem Raum von besonderer wirtschaftlicher und infrastruktureller Entwicklung bewusst und stellt den Bebauungsplan aufgrund der vorstehend genannten guten Eignung des Planungsgebietes für ein GuD-Kraftwerk unter dem Aspekt einer geordneten städtebaulichen Entwicklung auf."

(Zitiert nach: Große Kreisstadt Schwandorf, Begründung für den vorhabenbezogenen Bebauungs- und Grünordnungsplan >GuD-Kraftwerk Schwandorf<, S. 3.)

 

 

   Entwurf zum Bebauungs- und Grünordnungsplan "GuD-Kraftwerk Schwandorf"

 

Begründung zum Bebauungs- und Grünordnungsplan "GuD-Kraftwerk Schwandorf"(10,2 MB)


Orientierende Immissionsprognose Luftschadstoffe (2,2 MB)g